Energiecheck für Deutschland: Wo die energieeffizientesten Häuser stehen und wie sie beheizt werden

Ab 2028 wird der europäische Emissionshandel (ETS-2) auch für den Gebäudesektor verbindlich. Das spürbare Auswirkungen auf die Betriebskosten haben, insbesondere dann, wenn ein Gebäude einen hohen Energiebedarf aufweist oder mit einem emissionsintensiven Energieträger beheizt wird. Doch wie energieeffizient sind die Häuser in Deutschlands größten Städten und welche Energieträger kommen dabei zum Einsatz? Um das herauszufinden, haben wir mehr als 7.000 Immobilien in den 30 größten Städten Deutschlands nach genau diesen Parametern analysiert. Mit dem Ergebnis: In Deutschland dominieren Gebäude der Energieeffizienzklasse H (kennzeichnet einen sehr hohen Energiebedarf). Bei der Auswertung unterscheiden wir zwischen Bedarfs- und Verbrauchsausweisen. Während der Energiebedarf anhand verschiedener Gebäudedaten berechnet bzw. geschätzt wird, basiert der Energieverbrauch auf den tatsächlich gemessenen Verbrauchswerten. Die beiden Ausweisarten können deshalb zu unterschiedlichen Ergebnissen kommen und werden in der Analyse entsprechend getrennt beleuchtet.

 

Die meisten deutschen Häuser haben die schlechteste Energieeffizienzklasse

Unter den untersuchten Immobilien ist die Energieeffizienzklasse H am häufigsten vertreten. Diese kennzeichnet einen besonders hohen Energiebedarf sowie einen ungenügenden energetischen Gebäudezustand. Darauf folgen die Klassen D (12,9 Prozent), F (12,8 Prozent), E (11,7 Prozent) und G (11 Prozent). Die schwächeren Effizienzklassen sind damit deutlich stärker vertreten als die Spitzenklassen.

Dieses Diagramm zeigt die Energieeffizienzklassen, sortiert nach Gesamtanteil, Verbrauch und Bedarf in Prozent:

Wie der Tabelle zu entnehmen ist, fällt der Anteil der Klasse H bei den Bedarfsausweisen noch einmal deutlich höher aus: Mehr als 20 Prozent der untersuchten Ausweise entfallen auf die schlechteste Kategorie. Zwischen Energie-Schlusslicht und Effizienz-Spitze liegen Welten: In Aachen und Wuppertal landen besonders viele Gebäude in den Klassen G und F. Mönchengladbach und Dresden zeigen dagegen, dass es auch anders geht: 55,5 Prozent der Gebäude in Mönchengladbach erreichen Klasse A, in Dresden sogar 56,4 Prozent die effizienteste Klasse A+.

 

Verbrauchsausweise zeigen, wie viel Energie in den vergangenen Jahren tatsächlich verbraucht wurde – und berücksichtigen dabei auch das individuelle Heizverhalten. Hierbei zeigt sich hingegen ein anderes Bild: Hier ist die Klasse D mit 24,5 Prozent am häufigsten vertreten. Bei den gemessenen Verbrauchswerten schneiden insbesondere Wiesbaden und Mannheim bei den Effizienzklassen A und A+ gut ab. In Wiesbaden entfallen 15,6 Prozent, in Mannheim sogar 44,7 Prozent der untersuchten Gebäude auf diese beiden Klassen.

 

Hier sind die Energieträger aufgeklastert nach Bedarf und Verbrauch pro Stadt:

 

Deutschlands Heizpräferenzen im Vergleich

Spitzenreiter ist und bleibt Erdgas: Ganze 62,3 Prozent der untersuchten Immobilien nutzen Gas als wesentlichen Energieträger, gefolgt von Erdöl mit einem Anteil von 16,6 Prozent. Elektro etabliert sich insgesamt als dritthäufigste Energiequelle. Die Wärmepumpe kommt bundesweit auf 3,7 Prozent und liegt damit deutlich hinter den drei führenden Energieträgern. 

 

Die komplette Übersicht aller Energieträger ist hier zu sehen:

 

Doch zwischen den beiden Arten von Energieausweisen zeigen sich deutliche Unterschiede. Bei den Bedarfsausweisen entfällt mit 37,8 Prozent der größte Anteil auf Erdgas, während der Energieträger bei den Verbrauchsausweisen lediglich 24,4 Prozent ausmacht. Gas bleibt damit zwar auch beim tatsächlichen Verbrauch der wichtigste Energieträger. Der Vergleich zeigt jedoch: Der rechnerisch ermittelte Bedarf liegt deutlich über dem tatsächlichen Verbrauch.

Auch bei der Rangfolge der weiteren Energieträger gibt es Unterschiede: Erdöl belegt sowohl beim Bedarf als auch beim Verbrauch den zweiten Platz. Bei den Bedarfsausweisen liegt Nürnberg mit einem Erdölanteil von 22,9 Prozent vorn, bei den Verbrauchsausweisen führt Berlin mit 12,5 Prozent. Elektro folgt beim Bedarf auf Rang drei, während beim tatsächlichen Verbrauch Fernwärme den dritten Platz einnimmt.

Bei den regionalen Spitzenreitern zeigen sich ebenfalls Unterschiede: Bremen weist bei den Bedarfsausweisen den höchsten Gasanteil auf, bei den Verbrauchsausweisen liegt Gelsenkirchen vorn. Bei den Wärmepumpen führt München mit einem Anteil von 16,3 Prozent bei den Bedarfsausweisen. Insgesamt kommt die Wärmepumpe beim Bedarf auf 3,3 Prozent, spielt beim tatsächlichen Verbrauch mit 0,4 Prozent bislang jedoch eine deutlich kleinere Rolle.

Hier finden Sie die wesentlichen Energieträger der Bedarfsausweise pro Stadt:

 


Die wesentlichen Energieträger nach Verbrauch sind hier einzusehen: